Sommersonntags-Dessert


Sonn­tag­mor­gen.  Zeit für Muße.  Bei strah­len­dem Son­nen­schein spa­zie­re ich durch den Obst­gar­ten.  Seit dem schwe­ren Unwet­ter im Mai 2008 ist der Gar­ten nicht mehr so üppig.  Eini­ge knor­ri­ge Obst­bäu­me haben den star­ken Sturm über­stan­den.

gelbe Pflaumen

Wie alt mögen sie sein?  Der Hof­bau­er der vor­letz­ten Gene­ra­ti­on hat aus der fran­zö­si­schen Kriegs­ge­fan­gen­schaft einen Apfel­kern mit­ge­bracht.  Der dar­aus gewach­se­ne — heu­te über 60-jäh­ri­ge — Baum trägt immer noch gro­ße Men­gen Äpfel.  Ob auch die ande­ren Obst­bäu­me aus Frank­reich stam­men?

Es summt und brummt um mich her­um.  Auch ein paar Nacht­pfau­en­au­gen laben sich an den süßen Trop­fen, die aus den über­rei­fen Früch­ten her­aus­rin­nen.  Sie ver­su­chen, ihren Platz gegen­über den Wes­pen zu behaup­ten.

Bei dem herr­li­chen Wet­ter soll mit­tags drau­ßen geges­sen wer­den und ich stel­le mir als guten Abschluss eines lecke­ren Essens einen noch lau­war­men Des­sert­ku­chen mit Vanil­le-Eis­creme vor.

Nachtpfauenauge und Wespen auf gelben Pflaumen

Ich eini­ge mich mit den Wes­pen und sie geben — zwar unwil­lig brum­mend — ein paar von den herr­li­chen gel­ben Pflau­men frei.

Da es so schö­nes Wet­ter ist, soll die Zube­rei­tung schnell gehen.  In der Küche rüh­re ich eine Art Pfann­ku­chen­teig an:

– 2 Eier
– 300 g Zucker
– 1 Beu­tel Vanillin­zu­cker
– 100 g flüs­si­ge But­ter
– 100 g Mehl
– 2 klei­ne Tee­löf­fel Back­pul­ver

… ver­men­ge ich mit etwas Milch, bis aus den Zuta­ten ein dick­flüs­si­ger Teig wird.  Die Pflau­men (ca. 500 g) habe ich ent­kernt.  Nun will ich sie ach­teln.  Die Früch­te sind aber schon so reif, dass mein Wunsch nach gleich­mä­ßi­gen Stü­cken ent­täuscht wird.  Aber das macht nichts:  Wenn das Obst reif, süß und saf­tig ist, schmeckt es umso aro­ma­ti­scher!

Nun ver­men­ge ich den Teig mit den Obst­stü­cken und gie­ße ihn in eine gebut­ter­te und mit etwas Mehl bestäub­te Form.  Dies­mal ver­su­che ich es mit einem Back­blech, wer­de spä­ter damit aber nicht zufrie­den sein.  Beim nächs­ten Mal benut­ze ich wie­der mei­ne klei­ne­re Spring­form (Durch­mes­ser von unge­fähr 26), da der Kuchen dann nicht zu flach und somit schön saf­tig wird.

Pflaumenkuchen

Ich schie­be das Blech in die Mit­te des Ofens, den ich auf 180 °C vor­ge­heizt habe.  Geba­cken wird unge­fähr 45 Minu­ten bis der Kuchen gold­braun ist.

Kurz vor dem Mit­tag­essen ist er fer­tig.  Gera­de recht­zei­tig, damit er noch lau­warm, mit Puder­zu­cker bestäubt und etwas Eis­creme ver­edelt als Nach­tisch glänzt!

Auch das ver­ar­bei­te­te Obst begeis­tert die gelb-schwarz gerin­gel­ten Freun­de.  Bald summt und brummt es um die Des­sert­tel­ler her­um.

-Anke Feil